Stallweihnacht

Der Engel und die Kinder

TODTNAUBERG. Wie bestellt, kündigte Poldi der Esel mit einem lauten "I a" das Krippenspiel der Trachtengruppe Todtnauberg an. Viele Gäste und Einheimische hatten sich am Samstagabend vor dem Kurhaus eingefunden, um das Schauspiel der Kinder zu verfolgen, bei dem traditionell viele lebendige Tiere mitspielen. Lamas, Schafe und Ziegen – und Poldi, der Esel natürlich.

 

Mit Esel Poldi in Todtnauberg von Haus zu Haus. Maria (Ann-Kathrin Schneider) und Joseph (Käthe Eckmann) suchen eine Herberge. | Foto: Ulrike Jäger

Eine Bläsergruppe der Trachtenkapelle Todtnauberg verbreitete weihnachtliche Stimmung und die Erwachsenen der Trachtengruppe "glöckelten" Weihnachtslieder, begleitet von Erwin Schubnell und Jürgen Mühl auf dem Akkordeon. Heribert Wunderle von der Tourismusinformation bedankte sich bei allen Beteiligten, vor allem aber auch bei Alois und Irmgard Schneider, die diese schöne Tradition vor vielen Jahren einmal ins Leben gerufen hatten.

Kathrin Brender hatte mit den Kindern eine neue Version des Krippenspiels einstudiert: Im Jahr 2009 erzählen sich zwei Freundinnen (Jessica Mühl und Noemi Schneider), was sie sich alles zu Weihnachten wünschen. Seitenlang sind ihre Wunschzettel. Von einer Stereoanlage schwärmt die eine, von einem Farbfernseher für ihr Zimmer die andere. Beide hoffen, dass sich ihre vielen Wünsche erfüllen, und beide finden es lästig, die Krippe aufzubauen und an Weihnachten in die Kirche zu gehen. Da kommt ein Engel (Vanessa Salvaggio) und reist mit den beiden Mädchen in die Vergangenheit, in das Jahr Null. Der Engel erzählt den Mädchen von der Liebe Gottes zu den Menschenkindern. Dann treten Maria (Ann-Kathrin Schneider) und Joseph (Käthe Eckmann) auf. Sie suchen eine Herberge und werden überall abgewiesen und beschimpft. Müde und traurig ziehen sie von einem Haus zum nächsten und dürfen dann endlich in einem Stall unterkommen. "Jetzt wissen wir, dass Geschenke nicht alles sind, sondern dass Weihnachten das Fest der Nächstenliebe ist", erkennen die beiden kleinen Freundinnen am Ende der Geschichte.


Heiße Schokolade, Glühwein oder ein über dem offenen Feuer gegrillter Apfel halfen, die eisige Kälte am Samstag zu ertragen. Den Erlös aus dem Verkauf stiftet die Trachtengruppe der Haitihilfe von Heinz Kühn.

 

Bericht = Badische Zeitung