Vom Leben der Hirtenbuben

 

"Kult-Urig" der Trachtengruppe Todtnauberg mit dem Stück "D’Hirtebuebe sin los".

  1. Gerhard Neugebauer (in Hotzenwälder Tracht) ehrte Hansgeorg Bergmann und Karola Mühl zusammen mit Marianne Waßmer (von links). Foto: Jäger

 

TODTNAUBERG (kr). Theater, Tanz, Gesang und Geschichten in alemannischer Mundart, ein abwechslungsreiches und volles Programm im Rahmen des diesjährigen "Kult-Urig-Abends" boten die Mitglieder der Trachtengruppe Todtnauberg am Samstagabend im sehr gut besuchten Kurhaus.

Die Idee zum Stück "D’Hirtebuebe sin los" hatte einmal mehr das Multitalent Kathrin Brender. Sie spielte als Hanne nicht nur die Hauptrolle des Stücks, das sie auch geschrieben hatte, führte Regie und zeichnete verantwortlich für Texte und Musik, sondern hatte auch mit der Kindertrachtengruppe die Tänze einstudiert und stellte ihre Sangeskünste in einem unter die Haut gehenden Duett mit Hansgeorg Bergmann, dem Vorsitzenden der Trachtengruppe, unter Beweis.

Das Stück erzählt aus der Zeit, als es noch keine Elektrozäune gab, und die Viehherden auf den Weiden von Hirtenbuben gehütet wurden. Auf dem "Hirtendingen" boten sich die jungen Männer bei den Bauern an, und sie erhielten für ihre harte Arbeit oft nicht mehr als ein warmes Essen und ein Dach über dem Kopf. Mit sichtlichem Spaß stellten die Hirten (Reinhard Brender, Florian Brender, Kristoffer Möller und Heribert Wunderle) das damalige Leben in freier Natur dar, das auch Hanne so gerne gelebt hätte, denn Hanne wollte auch immer gern ein Hirtenbub sein. Doch zuhause, wo auch immer noch die ewig nörgelnde Tante Hedwig (Karola Mühl) ihren heiligen Senf dazugibt, darf das Thema gar nicht erwähnt werden, denn Mädchen gehören in den Haushalt, nicht auf die Weide, so die Mutter (Ulrike Salvaggio). Rosel (Anna-Lena Brender), Hannes Schwester, betätigt sich gern im Haushalt und erklärt dem Publikum nebenbei, wie man damals Butter gemacht hat. Neben Peitschenknallen, Glöckeln, "Feierabendtänzen" und den begeisternden Auftritten der Kinder- und Jugendtrachtengruppen umrahmten Erwin Schubnell und Jürgen Mühl auf den Handorgeln das Geschehen, so wie die Trachtenkapelle Todtnauberg einmal mehr ihre Vielseitigkeit an diesem Abend unter Beweis stellte.


Das bewegende Lied "Halt Dich an mir fest" von Kathrin Brender und Hansgeorg Bergmann vorgetragen, wurde von Sylke Rotzinger an der Gitarre und Georg Mühl am Schlagzeug begleitet. Die Kinder tanzten sich in die Herzen der Zuschauer und mussten prompt eine Zugabe von "Die schöne Sennerin vom Königssee" geben. Viel Applaus gab es für alle Trachtler, und eine besondere Überraschung für den Vorsitzenden Hansgeorg Bergmann. Er erhielt für über 30-jährige Tätigkeit im Vorstand der Trachtengruppe die Ehrennadel in Silber vom Bund Heimat und Volksleben. "Das ist Kultur und das ist urig", freute sich Gerhard Neugebauer vom BHV über den Abend. Er überbrachte zusammen mit Marianne Waßmer die Glückwünsche des Präsidenten des Bundes Heimat und Volksleben.

Die Ehrennadel in Bronze erhielt Karola Mühl für über 15-jährige Tätigkeit im Vorstand. Die ehemalige Schatzmeisterin und heutige Schriftführerin sei auch zusätzlich für den Trachtenbestand und die Neuanschaffungen zuständig. Geschenke, Blumen und ein Gedicht gab es für die Geehrten, und die Kinder dankten ihrer Tanzleiterin Kathrin Brender, die dann als Braut mit ihnen eine Zugabe tanzte.

 

Bericht = Badische Zeitung

Bilder = Svenja Sophn