Tief in der Bergbauhistorie gegraben

"Kult-Urig"-Abend der Trachtengruppe Todtnauberg verknüpft Geschichte mit guter Unterhaltung.

  1. Verdiente Mitglieder der Trachtengruppe wurden im Rahmen des Kult-Urig-Abends ausgezeichnet. Unser Bild zeigt Geehrte und Ehrende (von links): Karola Mühl, Iwona und Jürgen Mühl, Hansgeorg Bergmann, Lena Brender, Natascha und Ramona Schneider, Kathrin Brender, Marianne Waßmer und Alfred Knauber. Foto: Ulrike Jäger

 

 

TODTNAUBERG. Tief gegraben in der Geschichte des Bergbaus haben die Mitglieder der Trachtengruppe Todtnauberg. Heraus kam ein lustiger und zugleich lehrreicher Unterhaltungsabend mit dem Titel "Hammer un Ise". Geschmiedet hatte das Programm des "Kult-Urig-Abends" Kathrin Brender, die auch in dem unterhaltsamen Stück (das in alemannischer Sprache dargeboten wurde) die Rolle des Schmiedes oder besser der Schmiedin Ottilie innehatte.

Voll besetzt war das Kurhaus, als von den Anfängen des Silberabbaus in Todtnauberg erzählt wurde, und als drei fremde Bergmänner (Philipp Kaiser, Manuel Schneider, Heribert Wunderle) aus dem Erzgebirge Arbeit suchten, und auch die Frauen harte Arbeit übernehmen mussten, weil sie ihre Männer im Krieg verloren hatten. So war Cecilie (Natascha Schneider) zuständig für den Verkauf der Silberware, doch sie drehte auch manchem Käufer billiges Blech an. Die lustigen Dialoge brachten das Publikum zum Lachen, das nebenbei aber auch lehrreich war, so erfuhr man zum Beispiel, wie man Werkzeug schmiedet, oder warum Todtnauberg zu St. Blasien gehörte, und dass der Ort durch den Bergbau – vor allem die Grube "Zur Gauch" war äußerst ertragreich – recht wohlhabend war. Dies erzählte der versoffene Mönch (Reindi Brender), der bei der geschwätzigen Wirtin Kunigunde (Karola Mühl) allerdings lieber ein "Klosterbräu" trank, als die Abgaben einzutreiben oder zu beten.

Werbung


In der Wirtschaft trafen sich auch die jungen Bergmänner, die sich in die Tochter (Elena Schneider) des Bergvogts (Hansgeorg Bergmann) verguckt hatten, was von Tratschtante Agnes (Ulrike Salvaggio) gleich gepetzt wurde. Unterbrochen waren die von Kathrin Brender arrangierten Szenen von Tanzeinlagen der Kindertrachtengruppe, der Jugend- und Erwachsenentanzgruppen und von Musik der Trachtenkapelle Todtnauberg. Auch die Bergmänner machten Musik auf der Bühne, mit "Hammer und Ise" rund ums rot glühende Feuer, und auch Georg Mühl, sonst fürs Trommeln in der Trachtenkapelle zuständig, drosch bei der "Ambosspolka" mit zwei Hämmern auf den Amboss ein und entlockte ihm Musik.

Gäbe es keinen Jürgen Mühl, gäbe es auch keine Musik zu den Tänzen der Trachtengruppe, so der Kreisobmann des Bundes Heimat und Volksleben, Alfred Knauber, als der den Handorgelspieler für 20-jährige Vereinstreue mit eine Urkunde und der bronzenen Ehrennadel auszeichnete. Es sei selten, dass eine Trachtengruppe eigene Musiker in ihren Reihen habe. Auch der Vorsitzende der Trachtengruppe, Hansgeorg Bergmann, dankte Jürgen Mühl, er sei eine große Stütze des Vereins und aus der Trachtengruppe nicht mehr wegzudenken. Dass es bei der Trachtengruppe an Nachwuchs nicht mangelt, konnte das Publikum bei den zahlreichen Darbietungen der kleinen und größeren Tänzer sehen. Und so wunderte es auch nicht, dass Kathrin Brender, zuständig für die Betreuung der Kinder- und Jugendtanzgruppe, drei Mitglieder aus dieser Gruppe ehren konnte. Die Schwestern Ramona und Natascha Schneider erhielten für zehnjährige Mitgliedschaft und Lena Brender für fünfjährige jeweils ein Geschenk.. Mit einem rasanten Tanz zum Lied "Ein Licht ganz am Ende des Tunnels" aus dem Musical "Starlight Express" kam die Trachtengruppe zum Schluss des Abends aus der Silbererzgrube dann wieder schwungvoll zurück in die Gegenwart.

 

Bericht = Badische Zeitung


Bilder = Stil[echt]