Eifersucht in Schwarzwaldtracht

 

Die Trachtengruppe Todtnauberg bringt eine ganz eigene, urkomische Version des Schwarzwaldmädels auf die Kurhaus-Bühne.

Auch die Jüngsten hatten in Todtnauberg Freude am Trachtentanz. Foto: edi

TODTNAUBERG Mit einem begeisternden Programm aus fetzigen Tänzen, musikalischen Leckerbissen und einer grotesk-humorigen Persiflage auf die Operette Schwarzwaldmädel bewiesen die Akteure der Trachtengruppe Todtnauberg am Samstagabend im Kurhaus ihr großartiges Talent als Gipfelstürmer der guten Laune.

 

Das Publikum im vollbesetzten Kursaal war denn auch von Beginn an in bester Stimmung und bedachte die Schauspieler, Tänzer und Musiker der Trachtengruppe immer wieder mit spontanem Szenenapplaus. Im Mittelpunkt des Geschehens stand das heitere Theaterstück "Liebe kleine Schwarzwaldmarie", in dem man kurzerhand die Originalfassung der Operette getreu dem Veranstaltungsmotto "KultUrig" auf Todtnauberger Verhältnisse zugeschnitten hatte. Da komponiert der Kirchenorganist Blasius Römer (Reinhard Brender) für das Todtnauberger Jakobifest eine beschwingte Melodie, die auch das Herz seiner ärmlichen Haushälterin Bärbele (Jessica Mühl), dem Lumpenprinzessli, zum Schwingen bringt.

Zwei Handwerksburschen (Heribert Wunderle und Julian Kaiser), die vor ihrer mannstollen Berliner Freundin Malwine (Natascha Schneider) zu Fuß aus der Großstadt in den Schwarzwald geflüchtet sind, finden schließlich in Todtnauberg eine Herberge, wo sie sich ordnungsgemäß beim Wirt (Hansgeorg Bergmann), der in Personalunion auch als Bürgermeister, Polizeibehörde und Feuerwehrkommandant, fungiert, anmelden müssen. Die Ereignisse überschlagen sich, als kurz vor dem Jakobifest die mannstolle Berlinerin Malwine in Todtnauberg auftaucht und zusammen mit dem Lumpenprinzessli den Jakobitanz besuchen will. Der Organist Blasius Römer besorgt den beiden Frauen eine Schwarzwälder Tracht, was ihm einen satten Kuss beschert, der ihn allerdings schnurstracks in Ohnmacht fallen lässt.

Jetzt kommt auch noch die als Hexe gefürchtete Tante (Kathrin Egle) der armen Haushälterin Bärbele ins Spiel, die dem Lumpenprinzessli den Tanzspaß in Tracht vermiesen möchte. Nach deren Vertreibung kann dann der Jakobitanz mit der obligatorischen Damenwahl starten. Und schon beginnen die Eifersüchteleien unter den Mannsbildern und es kommt zu einer handfesten Rangelei, die schließlich die beherzt eingreifenden Trachtenträgerinnen (Jessica Mühl, Saskia Rees und Natascha Schneider) rigoros beenden.

Diese turbulente Handlung wurde in mehrere Aufzüge unterteilt, so dass zwischen den einzelnen Szenen die Tanzformationen der Trachtengruppe Todtnauberg zu den urigen Klängen der Hüttenmusik über die Bühne wirbelten. Dabei war den Tanzformationen aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bei ihren Darbietungen die Freude anzusehen. Und diese übertrug sich auch auf die Gäste im Saal. Riesigen Applaus gab es für die Konzerteinlage der Glöcklergruppe und die Trachtenkapelle Todtnauberg mit ihrem Dirigenten Ralph Stellbogen verzauberte das Publikum mit Blasmusik vom Feinsten, deren virtuose und gefühlvolle Interpretationen von Märschen und Polkas dem weichen Egerländer Blasmusikstil sehr nahe kommen.

 

Bericht = Badische Zeitung